www.bayern.de - RSS Newsfeed Reden Ministerpräsident Horst Seehofer
RSS Newsfeed für die aktuellsten Reden von Ministerpräsident Horst Seehofer, Staatsminister Siegfried Schneider und Staatsministerin Emilia Müller.
- Eröffnung des Landesmusikfests 2012
Manuskriptfassung: Es gilt das gesprochene Wort.
- Anrede -
Ihnen allen ein herzliches „Grüß Gott“!
Vielen Dank für diesen beschwingten musikalischen Empfang.Ich freue mich sehr, mit Ihnen gemeinsam das 11. Bayerische Landesmusikfest hier in Weilheim zu eröffnen. Herzlichen Dank für die Einladung! Wenn die Musik ruft, komme ich gerne!
In diesem Jahr steht das Landesmusikfest ganz im Zeichen der Blasmusik - und das aus gutem Grund. Ein geflügeltes Wort sagt:
„Musik ist die gemeinsame Sprache der Menschheit“.
Als Bayerischer Ministerpräsident und Schirmherr des Bayerischen Musikfests möchte ich ergänzen:
Die Blasmusik ist die Sprache der Bayern!
Ob Maibaumaufstellen, Dorfjubiläum, Wallfahrt oder Volksfest: In Bayern darf die „Blasmusi“ bei keinem wichtigen Ereignis fehlen. Gerade heute an Christi Himmelfahrt kann man das überall in unseren Gemeinden sehen – und vor allem hören.
Ob Tuba, Trompete oder Klarinette: Blech- und Holzblasinstrumente sind bei jedem Konzert die unangefochtenen Publikumslieblinge – bei uns daheim und in aller Welt. Bayerische Blasmusik gehört zu den kulturellen Exportschlagern, die unseren Freistaat auf nationaler und internationaler Bühne berühmt machen. Ich nenne nur meine letzte Auslandsreise nach Brasilien: Beim Bayerischen Abend in São Paulo haben die Hinterberger Musikanten helle Begeisterung bei unseren Gastgebern ausgelöst!
Bayern ist Tourismusland Nummer 1 in Deutschland. Von überall her kommen die Menschen zu uns. Brasilianer, Amerikaner und Chinesen zieht nicht nur die herrliche Natur und unsere Schlösser nach Bayern. Sie lieben unsere Gastlichkeit, unsere Volksfeste - und unsere Blasmusik. Blasmusik ist der musikalische Begleiter unserer „Marke Bayern“!
„Ihr seid da, wo wir hin wollen“, diesen Satz höre ich oft. Im Ausland werde ich häufig gefragt: „Was ist Euer Erfolgsrezept?“
Ich antworte: Die Voraussetzung für unseren Erfolg ist unsere starke Identität. Bayern ist zukunftsstark, weil es traditionsstark ist.
Wir in Bayern sind stolz auf unsere regionale und kulturelle Vielfalt! Aus unserer Kultur schöpfen wir unser Selbstverständnis, unseren Mut und unsere Inspiration.
Die Pflege unserer Traditionen, unserer Kunst und unserer Musik ist für uns ein Herzensanliegen und Lebenselixier. Aus unserer Kultur gewinnen wir Kraft. Nur wer seine Wurzeln kennt, kann die Zukunft aktiv gestalten.
Liebe Musikerinnen, Musiker und Dirigenten,
mit Ihrer Musik berühren Sie unsere Herzen. Ihre Melodien wecken in jedem Einzelnen von uns Fantasie und Lebenslust. Sie bereichern unser Leben!
In Ihren Orchestern und Musikvereinen proben Sie zusammen für ein gemeinsames Ziel. Sie übernehmen Verantwortung und stärken den Zusammenhalt untereinander.
Im musikalischen Zusammenspiel vereinen Sie Tradition und Moderne. Bayerische Blasmusik, das ist Sinfonische Blasmusik genauso wie Volksliedgut, das ist Marschmusik und Spielmannszug ebenso wie Jazz und Brass-Combo!
Liebe Musikerinnen und Musiker,
unser Leben ist geprägt von Globalisierung und einer rasanten globalen Beschleunigung. Auf beide Entwicklungen ist die selbstbewusste, regional verwurzelte Identität die richtige Antwort. Heimat heißt Verortung und Kontinuität.
Sie beweisen: Heimatliebe und Weltoffenheit, Gemeinschaftssinn und Toleranz gehören bei uns zusammen! Der Respekt vor anderen Kulturen beginnt beim Stolz auf die eigene Kultur.
Diese Werte leben Sie in den Musikvereinen und Kapellen. Dafür begeistern Sie auch die jüngeren Generationen.
Beim gemeinsamen Musizieren können sich Kinder und Jugendliche entfalten und lernen, aufeinander einzugehen. Ein Instrument zu spielen, täglich zu üben, das trainiert die Konzentrationsfähigkeit und Präzision, das Durchhaltevermögen und die Selbstdisziplin. Ein Instrument zu beherrschen schafft Selbstbewusstsein und verleiht Mut auch auf anderen Gebieten.
Musik bildet die Persönlichkeit und fördert die Leistungskraft. Musik bildet den ganzen Menschen!
Ich danke Ihnen allen für Ihren Einsatz für Kunst und Kultur und unsere Jugend! Vergelt’s Gott für Ihr unermüdliches Engagement!
Der amerikanische Jazz-Trompeter Herb Alpert hat einmal gesagt:
„Blasmusiker sind Alchemisten – sie machen aus Blech Gold“.
Uns in Bayern ist dieses klingende Gold auch buchstäblich „Gold“ wert:
Wir unterstützen unsere Musikverbände, unsere Musikschulen und das bayerische Landesmusikfest nach Kräften! Allein unsere Laienmusikverbände fördern wir jährlich mit 2,8 Millionen Euro! [Außerdem: staatlicher Zuschuss für Landesmusikfest 2012: 50.000 €, das sind 20.000 € mehr als beim letzten Musikfest 2005].
Bayern ist das Land der Musik!
- Anrede -
Ihre Leidenschaft für Ihr Instrument, Ihre Lust am Musizieren macht das Bayerische Musikfest zu einem Kulturereignis, das die Menschen begeistert. Bei Ihnen spürt man: Die Musik liegt uns Bayern im Blut!
Ich darf Sie bitten: Machen Sie weiter so, bringen Sie sich ein - und vor allem: Musizieren Sie weiter! Dann bleibt Bayern ein Land, das singt und klingt!
Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Freude am Musizieren und uns allen ein fröhliches und schwungvolles Landesmusikfest!
- Podiumsdiskussion zum Thema „Zukunftskommission Landwirtschaft – Ergebnisse und Perspektiven“
Manuskriptfassung: Es gilt das gesprochene Wort.
I. WÜRDIGUNG DER BAYWA UND DANK AN GERD SONNLEITNER
- Anrede -
Ihnen allen ein herzliches Grüß Gott!
Die BayWa und Bayern – das gehört im ländlichen Raum untrennbar zusammen. Unsere Bauern schätzen die BayWa seit Jahrzehnten als verlässlichen Partner. Hinter dem unscheinbaren Namen „Bayerische Warenvermittlung“ steckt ein internationaler Dienstleistungs- und Handelskonzern mit rund 3.000 Vertriebsstandorten auf drei Kontinenten [Europa, USA, Neuseeland].
Sehr geehrter Herr Lutz, bei Ihnen stehen über 16.000 Menschen in Lohn und Brot, davon rund 7400 in Bayern. Die BayWa ist ein Aushängeschild für den Wirtschaftsstandort Bayern! Ich schätze jedes Gespräch mit Ihnen sehr. Sie denken nicht nur an den wirtschaftlichen Erfolg, sondern auch an das Gemeinwohl und die Zukunft Bayerns. Dafür sage ich Ihnen Respekt und Dank!
Lieber Gerd Sonnleitner,
„Der Bauernpapst tritt ab“, so schreibt die Presse [SZ, 02.05.2012]! 15 Jahre an der Spitze des Deutschen Bauerverbandes [bis Ende Juni 2012], über zwei Jahrzehnte Bauernpräsident in Bayern [1991 bis 03.05.2012] und noch bis 2013 an der Spitze des europäischen Bauernverbandes [COPA] – das macht Ihnen so schnell keiner nach! Sie haben das Bild vom modernen Landwirt als unternehmerisch denkenden Menschen geprägt. Landwirtschaft war für Sie immer Leistungsträger und nicht Leistungsempfänger. Als überzeugter Europäer haben Sie in Europa genauso kraftvoll für die Interessen Ihrer Bauern gestritten wie in Bund und Land. Ich selbst habe Sie als Kämpfer erlebt: hart in der Sache, aber immer fair und verlässlich.
Lieber Gerd Sonnleitner, ich danke Ihnen für Ihren unermüdlichen Einsatz für unsere bäuerliche Landwirtschaft! Ich danke Ihnen für Ihr großes Engagement für unsere bayerischen Bäuerinnen und Bauern! Sie haben Großes geleistet für Bayern, Deutschland und Europa.
- Anrede -
Die Land- und Forstwirtschaft ist heute eine der innovativsten Säulen unserer Wirtschaft. Hier gilt: Wer stehen bleibt, fällt zurück.
Mit der „Zukunftskommission Landwirtschaft“ haben wir vor drei Jahren [Juli 2009] eine breite gesellschaftliche Diskussion über die zukünftige Rolle unserer bayerischen Landwirtschaft angestoßen. Unser Ziel ist klar: Wir wollen ein vernünftiges Gleichgewicht zwischen Ökonomie, Ökologie und sozialer Verantwortung schaffen. Heute stelle ich fest: Wir sind auf einem guten Weg! Das Landwirtschaftsministerium hat die rund 200 konkreten Vorschläge der Kommission geprüft und wichtige Punkte umgesetzt. Mit dem „Bayernplan 2020“ verankern wir unsere bayerische Land- und Ernährungswirtschaft stärker im Bewusstsein der Menschen.
Ich danke allen Kommissionsmitgliedern, insbesondere Ihnen, Herr Dr. Fischler, für Ihr großes Engagement in den letzten drei Jahren. Mit Ihrer Arbeit geben Sie unserer bäuerlichen Landwirtschaft in Bayern auch im 21. Jahrhundert Perspektiven. Mit Ihren Vorschlägen und mit einer engen Zusammenarbeit von Staatsregierung und Landwirtschaft wollen wir erreichen, dass auch weiterhin gilt: Die Landwirtschaft in Bayern hat Zukunft und sie bietet Zukunft!
II. STARKE LANDWIRTSCHAFT – STARKES BAYERN
- Anrede -
Bayern steht hervorragend da. Mit einer Arbeitslosigkeit von 3,7 Prozent haben wir praktisch Vollbeschäftigung [niedrigster Aprilwert seit 20 Jahren]. Bayern ist das einzige Bundesland mit einer „3“ vor dem Komma. Der Abstand zwischen den besten und dem „schlechtesten“ Regierungsbezirk [Mittelfranken] hat massiv abgenommen [nur noch 1,3 Prozent]. Besonders freue ich mich, dass unsere vier besten Bezirke aus Altbayern, Schwaben und Franken kommen [Niederbayern, Oberpfalz, Schwaben und Unterfranken]. Das beweist: Bayern bietet beste Chancen überall im Land! Nur 2,8 Prozent unserer Jugendlichen haben keine Arbeit. Davon können andere Länder in Europa nur träumen. [Jugendarbeitslosigkeit in Spanien laut Eurostat bei 50,5 Prozent; „Deutsche MittelstandsNachrichten“, 28.04.2012]
Mit Blick auf Nordrhein-Westfalen [8,3 Prozent] und Rheinland-Pfalz [5,4 Prozent], wo die Arbeitslosenquote stagniert, sage ich: Der bayerische Spitzenplatz ist nicht selbstverständlich! Er ist vor allem das Ergebnis unserer tatkräftigen Menschen überall im Land. In Bayern gilt: Anpacken statt Wehklagen!
Für diese Erfolgsbilanz stehen auch unsere 114.000 landwirtschaftlichen Betriebe im Freistaat. Sie sind das Rückgrat des ländlichen Raums in Bayern. Mein besonderer Dank gilt heute unseren Landwirten. Sie haben keine 35-Stunden-Woche, keine 30 Tage Urlaub, keinen Sonntagszuschlag, kein Weihnachtsgeld. Sie sorgen für gesunde Nahrungsmittel und Lebensqualität in Bayern. Sie erhalten und pflegen unsere vielfältige Kulturlandschaft. Sie geben unseren Landschaften ihr unverwechselbares Gesicht. Und sie prägen ein positives gesellschaftliches Klima: für Unternehmertum, für Eigenverantwortung, für den sozialen Zusammenhalt.
Die Menschen fühlen sich wohl in unserer Heimat. Nach einer Umfrage des Bayerischen Rundfunks [09.06.2010] sind weit über 90 Prozent der Menschen in Bayern glücklich, hier zu leben. Das ist auch Ihr Verdienst! Dafür mein höchster Respekt und Dank!
- Anrede -
Mit unserer Zukunftsstrategie „Aufbruch Bayern“ investieren wir wie kein anderes Land in unsere Familien, in Bildung, Innovationen, in die erneuerbaren Energien und in den ländlichen Raum.
Bei der Infrastruktur haben wir erst vor wenigen Wochen nochmals nachgelegt: Wir haben im Nachtragshaushalt 2012 100 Mio. Euro für das schnelle Internet beschlossen [für das laufende Jahr]. Wir machen unseren ländlichen Raum fit für die Zukunft.
Das Internetzeitalter ist eine Riesenchance auch für unsere Landwirte. Ich denke an die Direktvermarktung regionaler Produkte und „Urlaub auf dem Bauernhof“. Im letzten Jahr hatten wir rund 12,3 Mio. Übernachtungen in 5.500 Betrieben. Der Tourismus in Bayern boomt [2011 insgesamt 90,3 Mio. Gästeübernachtungen]!
Mit dem schnellen Internet können unsere Landwirte noch besser für sich und Ihre Produkte werben – und das weltweit. Traditionsbewusst und modern – das gehört in Bayern zusammen. Dafür sind unsere Bauern das beste Beispiel!
III. MIT ENERGIE IN DIE ZUKUNFT
- Anrede -
Wir setzen auf innovative Unternehmen, die zusammen mit den Menschen vor Ort die Energiewende umsetzen. Auf meiner Zukunftsreise in Ansbach [26.04.2012] habe ich die Firma AgriKomp besucht: Das Unternehmen baut und wartet Biogasanlagen für ganz Europa. Bei AgriKomp entsteht die Energie der Zukunft! [70 Prozent aller erneuerbaren Energien in Bayern werden derzeit aus Biomasse erzeugt.]
Bayerische Landwirte sind offen für Neues. Der Aufbruch in ein neues Energiezeitalter ist eine riesige Chance für alle Landwirte und Waldbesitzer.
Ich sage ganz deutlich: Die Energiewende kann nur zusammen mit den Landwirten und Waldbesitzern gelingen. Wir brauchen ihre Flächen. Die Energiewende findet im ländlichen Raum statt, nicht in den Ballungsräumen. Der Druck auf land- und forstwirtschaftliche Produktionsflächen wird zunehmen. Ein sorgsamer Umgang mit Grund und Boden ist deshalb wichtig.
Eines ist klar: Der Umbau der Energieversorgung wirkt wie ein gewaltiges Konjunkturprogramm für den ländlichen Raum, mit Investitionen in Milliardenhöhe. Allein im Nachtragshaushalt 2012 sind 126,5 Millionen Euro für Energie und Klimaschutz vorgesehen, bis 2016 eine Milliarde Euro zusätzlich! Das schafft kein anderes Land!
Wir in Bayern wollen bis zum Jahr 2020 die Hälfte unseres Strombedarfs mit erneuerbaren Energien decken – zuverlässig und bezahlbar. Die dezentrale Energieversorgung spielt dabei eine herausragende Rolle. Wir machen Bayern zum Land der Bürgerenergie. Wir wollen, dass Projekte gemeinsam mit den Bürgern entstehen. Wir machen Betroffene zu Beteiligten.
Unsere Landwirte haben bei der Biomasse [Gülle, freiwerdendes Grünland, Restprodukte aus Land- und Ernährungswirtschaft] schon große Vorleistungen erbracht. Wenn wir die Potenziale optimal ausschöpfen, ist eine Verdoppelung der bisherigen Leistung realistisch. Auch bei der möglichen Wärmenutzung gibt es noch Potenzial. Das wollen wir konsequent nutzen. Mein Ziel: Energieproduktion und Wertschöpfung bleiben bei uns im Land.
Für mich steht aber fest: Die Lebensmittelerzeugung bleibt die vorrangige Aufgabe unserer Landwirte. Auch in Zukunft gilt: Teller vor Tank!
IV. MARKE „BAYERN“ – EXPORTSCHLAGER UND REGIONALE KRAFT
- Anrede -
Lebensmittel aus Bayern stehen für höchste Qualität. Das schätzen die Menschen bei uns und in der ganzen Welt.
Im letzten Jahr haben bayerische Landwirte Agrarprodukte im Wert von 7,75 Mrd. Euro exportiert – rund 12,4 Prozent mehr als 2010 und soviel wie nie zuvor. [Die gesamtwirtschaftlichen Ausfuhren haben von 2010 bis 2011 nur um ca. zehn Prozent zugelegt]. Das Agrarbusiness ist der viertgrößte Wirtschaftszweig im Freistaat. Mit der Bayerischen Marketingagentur [seit Juli 2011] haben wir eine zusätzliche Vermarktungsoffensive für Lebensmittel aus Bayern gestartet. Wir machen uns stark für die Marke „Bayern“!
Jeder in der Welt kennt den FC Bayern und BMW. Das wollen wir auch für unseren Frankenwein und unseren Allgäuer Käse erreichen! Mit unseren regionalen Spezialitäten exportieren wir nicht nur hochwertige Lebensmittel. Wir exportieren auch unser einmaliges bayerisches Lebensgefühl. Das beste Beispiel ist unser Exportschlager Oktoberfest: Ob in China, Brasilien, Russland oder Amerika – überall feiern die Menschen ihr Oktoberfest. Überall schätzen die Menschen bayerische Schmankerl und bayerische Gemütlichkeit. Das ist eine gewaltige Imagekampagne für unsere Heimat!
Regionale Produkte sind auch bei uns in Bayern ein Megatrend. Immer mehr Menschen wollen wissen, wo ihre Nahrungsmittel herkommen und wie sie produziert werden. Der Wunsch nach gesundem Essen nimmt zu.
Der Trend zum Regionalen ist eine riesige Chance für unsere Landwirte und für ganz Bayern. Nirgends ist der Tisch so reich gedeckt wie bei uns! Bayerns Stärke ist seine Vielfalt.
Die Bayerische Staatsregierung unterstützt diesen Trend nach Kräften:
- Mit der Gründung des Kompetenzzentrums für Ernährung wollen wir Bayern zum Vorzeigeland für gesunde Ernährung machen. [Das KErn ist ein „Aufbruch Bayern“-Projekt an den Standorten Freising-Weihenstephan und Kulmbach.]
- 19 regionale Spezialitäten aus Bayern haben heute den Herkunftsschutz der Europäischen Union. Wir wollen ein neues Bayerisches Regionalsiegel einführen – für noch bessere Vermarktungschancen unserer heimischen Produkte.
- Landwirtschaftsminister Brunner wird für die neue EU-Förderperiode ein Landesprogramm „Ökolandbau“ auflegen. Wir wollen die Zahl der Ökoprodukte aus Bayern bis 2020 verdoppeln.
Ob traditionell oder Ökolandbau – unsere Landwirte beweisen: Unsere bayerische Qualität hat Zukunft – daheim und in der Welt!
- Anrede -
Warum ist Bayern, warum sind seine Produkte so attraktiv?
Der bayerische Unternehmer Claus Hipp erklärt unser Selbstbewusstsein und unseren Erfolg so: „Dass Bayern jahrhundertelang ein Agrarstaat war, hat die Volksseele geprägt. Ein Bergvolk kann oft nicht auf Hilfe hoffen. Ein Bergbauer, der eingeschneit ist, muss alles selbst machen [...]. Das ist gelebte Unabhängigkeit, die sich auch im Großen niederschlägt.“ [Welt am Sonntag, 19.02.2012]
Wir in Bayern wissen um unsere geistig-kulturellen Wurzeln. Aus unserer tiefen Verbundenheit zu unserer Heimat schöpfen wir die Kraft zur Zukunft. Lassen Sie uns weiter gemeinsam arbeiten für eine lebens- und liebenswerte Heimat!
Ich freue mich auf eine anregende Podiumsdiskussion!
- Tag der offenen Tür des Bundesrates
Manuskriptfassung: Es gilt das gesprochene Wort.
- Anrede -
Heute Abend ist Pokal-Endspiel – Bayern gegen Dortmund. Als Bayerischer Ministerpräsident fiebere ich natürlich mit. Als amtierender Bunderatspräsident freue ich mich über das perfekte Beispiel für unsere Stärke in Deutschland:
Heute Abend sind wir Bayern oder Dortmunder. Bei der Fußball-Europameisterschaft in Polen werden wir alle Deutsche sein. Das ist die Einheit in Vielfalt, die uns so stark macht.
Deutschland lebt vom Wettbewerb um die besten, innovativsten und effizientesten Lösungen. Im Wettbewerb der Länder untereinander werden wir immer besser und bringen so Deutschland als Ganzes voran. Wir wollen, dass alle Länder bei diesem Wettbewerb vorne mitspielen und Ideen, Gestaltungskraft und Innovation ausstrahlen.
Deutschland ist ein Land der Vielfalt und der regionalen Eigenständigkeit.
Die Deutschen in Thüringen, in Sachsen, in Brandenburg, in Berlin und in Mecklenburg-Vorpommern haben ihre Eigenheiten bewahrt und in das wiedervereinigte föderale Deutschland eingebracht. Diese Vielfalt haben auch 40 Jahre SED-Zentralismus nicht zerstören können.
Der Bundesrat steht für beides: Fairer Wettbewerb und verlässliche Solidarität der Länder.
Der Bundesrat steht zur Einheit in Vielfalt. Hier sind die Länder die Lordsiegelbewahrer unseres föderalen Nationalstaats.
Deutschlands Stärke liegt in seiner regionalen Vielfalt und in der Eigenständigkeit seiner Länder.
Deshalb freut es mich ganz besonders, dass heute so viele Bayern mit mir nach Berlin gereist sind und den Tag der offenen Tür mitgestalten. Und als Bayerischer Ministerpräsident sage ich allen Landsleuten und Freunden Bayerns, die hier mithelfen ein bayerisches Vergelt’s Gott.
- Anrede -
Wir alle wissen: Demokratie funktioniert von unten nach oben. Dieser Satz ist das Lebenselixier einer aktiven Bürgergesellschaft gegen Blockade und Protest, gegen eine falsche Staatsgläubigkeit.
Wir alle leben in einer modernen Informationsgesellschaft, die sich frühere Generationen nicht im Entferntesten vorstellen konnten.
Die vernetzte Welt bietet unendlich viele Chancen für unsere Demokratie, für Transparenz, für Bürgerbeteiligung, für den Dialog – mit einem Wort für eine moderne Mitmach-Demokratie.
Sie alle beweisen heute am Tag der offenen Tür: Die Menschen in unserem Land sind politisch interessiert. Sie haben Kraft zu Lösungen, zu Initiative, zu neuen Ideen.
Beteiligen heißt Verantwortung gemeinsam tragen. Das ist das Grundprinzip des Föderalismus und unserer Demokratie.
Der Bundesrat vertritt die Interessen der Menschen in den Ländern mit dem großen Leitsatz: Zutrauen statt misstrauen.
Der Staat sind wir alle. Wir alle sind gefordert, etwas für unser Land zu tun.
Die Kraft zur Zukunft kann nicht der Staat von oben verordnen, sie muss aus der Gesellschaft heraus wachsen.
- Ohne gemeinsame Kultur gibt es keine Kraft zur Zukunft.
- Ohne gemeinsame Werte gibt es keine Solidarität.
- Ohne Liebe zum Land und seinen Menschen gibt es keine Motivation zur Nachhaltigkeit.
Ich wünsche mir einen fröhlichen Patriotismus – für unsere Heimat und unser Vaterland. Ich freue mich auf das Schwarz-Rot-Gold auf unseren Straßen, wenn die Europameisterschaft beginnt. Diesen Zusammenhalt und diesen Stolz brauchen wir gerade im Zeitalter der Globalisierung.
Reden wir über die Tatkraft und den Optimismus der Deutschen. Reden wir über unsere Stärken.
Deutschland ist ein wunderbares Land. Wir Deutsche haben allen Grund, stolz auf unser Land zu sein, auf unsere Leistungen, unseren sozialen Zusammenhalt und auf unsere Kultur.
Machen wir den Einsatz für unsere Heimat zu einem echten Herzensanliegen.
Wenn wir zusammenhalten, steht Deutschland die Zukunft offen!
- Anrede -
Im Bundesrat beweisen wir seit Jahren: Deutschland profitiert von der Vielfalt der Länder.
Eine gute Zukunft für unser Land ist ein Mannschaftsspiel, in dem jeder seine Stärken einbringt.
Unser Land geht uns alle an. Demokratie, Staat, und Politik brauchen die Mitverantwortung und das Engagement der Bürgerinnen und Bürger.
Lassen Sie uns weiter gemeinsam für eine gute Zukunft unserer Heimat arbeiten.
Ich hoffe auf gute Gespräche und Diskussionen. Ich wünsche Ihnen einen interessanten Aufenthalt.
Und jetzt wünsche ich uns allen ein eindrucksvolles Eröffnungskonzert des Landes-Jugendjazzorchesters Bayern.
Liebe Musikerinnen und Musiker,
Ihr bringt den Schwung hier ins Haus. Wer Jazz aus Bayern nach Berlin bringt, beweist bayerische Qualitäten: Einsatzfreude, Zutrauen und Mut. Ich bin stolz auf Euch! Beweist den Berlinern, dass die bayerische Jugend auch in der Musik international gut drauf ist. Auf geht’s!
- Eröffnung der Ausstellung zu König Ludwig II.
Manuskriptfassung: Es gilt das gesprochene Wort.
I. Begrüßung
- Anrede -
„Wir Bayern müssen bereit sein, […] notfalls die letzten Preußen zu werden!"
Allein dieses Zitat von Franz Josef Strauß zeigt: Wir Bayern sind deutsche Patrioten.
Franz Josef Strauß hat wie kein Zweiter für die Wiedervereinigung gekämpft. Es ist eine Ironie der Geschichte, dass sein Todestag im Jahr 1988 ausgerechnet auf den 3. Oktober fällt.
Auch mit dieser Ausstellung hier und heute zeigt Bayern: In der Hauptstadtfrage haben wir immer für Berlin gestimmt.
Wir Bayern sind Föderalisten aus Leidenschaft – im Sinne der Einheit in Vielfalt.
Bayerische Lokale hier in Berlin sind Publikumsmagneten, die Berliner Oktoberfeste ein richtiger Renner. Bayern und Preußen verstehen sich! Am Wochenende ist Berlin ohnehin fest in bayerischer Hand. [12.5.2012: DFB-Pokal-Finale in Berlin, FC Bayern vs. Borussia Dortmund]
Bayern und Preußen – unser legendärer Wettstreit zieht sich wie eine Dauerverlobung durch die Weltgeschichte: Was sich liebt, das neckt sich.
Als Bundesratspräsident freue ich mich darum sehr, heute einmal Bayerns Glanz und Preußens Gloria so dicht nebeneinander zu wissen:
Preußens Ikone Friedrich der Große gibt sich zu seinem 300. Geburtstag in Potsdam die Ehre und Bayerns Märchenkönig ist auf Stippvisite im Bundesrat. Das passt zusammen!
Preußen und Bayern: Das heißt Zukunft aus Herkunft, Liebe zur Heimat und ein offenes Herz für die Welt.
Zur Wanderaustellung „Götterdämmerung. König Ludwig II.“ heiße ich Sie alle hier in Berlin herzlich willkommen. Oder wie wir in Bayern sagen: Ihnen allen ein herzliches „Grüß Gott“!
II. Ludwig II. – dem Mythos auf der Spur
Zweifellos: Ludwig ist nicht nur der weltweit bekannteste Spross des Hauses Wittelsbach und Deutschlands berühmtester Bayer. Ludwig II. hat Bayern Glanz verliehen - wirkungsmächtig und identitätsstiftend.
Die Welt liebt das Märchen, wir in Bayern unseren „Kini“.
Aus Anlass seines 125. Todestages haben wir Ludwig II. im vergangenen Jahr mit einer eigenen Landesaustellung auf Herrenchiemsee gewürdigt. Mit einer Rekordzahl von nahezu 600.000 Besuchern ist unsere Landesausstellung die bis dato erfolgreichste kulturhistorische Ausstellung im wiedervereinigten Deutschland. Mal sehen, ob der Alte Fritz diese bayerische Steilvorlage noch toppen kann!
Zum Tag der offenen Tür hier im Bundesrat haben wir für Sie unseren Kassenschlager nach Berlin gebracht. Von der Hauptstadt aus geht unsere Landesausstellung auf Reisen durch die gesamte Republik.
III. Dank an Ausstellungsmacher, Förderer und Helfer
Mein Dank gilt allen, die diese großartige Wanderausstellung auf den Weg gebracht haben:
Insbesondere danke ich Herrn Direktor Dr. Loibl vom Haus der Bayerischen Geschichte!
Sehr verehrter Herr Dr. Loibl,
Ihnen und Ihrem Team Respekt und herzlichen Dank!
Ich bin sicher: Wir alle werden heute viel Neues erfahren – über Ludwig und seine Zeit, aber auch über Bayern und vor allem über uns selbst.
IV. Föderalisten aus Leidenschaft
„Götterdämmerung. König Ludwig II.“ - der Titel sagt es schon: Wir blicken heute gemeinsam zurück in eine Zeit des Umbruchs.
Im Januar 1871 entschied der Bayerische Landtag, ob Bayern dem Deutschen Reich beitreten sollte oder nicht.
Die Liberalen waren dafür, die Konservativen in der Bayerischen Patriotenpartei großenteils dagegen: Als bayerische Patrioten traten sie ein für die bayerische Eigenstaatlichkeit, für mehr Freiheit und Mitsprache. Sie beschworen das Völkerrecht und eine europäische Friedensordnung.
Auch wenn sie am Ende unterlagen – die Vorstellungen der bayerischen Patrioten prägen unser politisches Handeln in Bayern bis heute.
Wir in Bayern sind Föderalisten – aus Tradition, Überzeugung und Leidenschaft. Gleichmacherei ist Schwäche. Vielfalt ist Stärke.
Wir wissen: Die Kraft Deutschlands liegt in seinen Regionen. Die Stärke unseres Vaterlandes ist die Einheit in Vielfalt.
Wir treten ein für ein gesundes Selbstbewusstsein der Regionen – das verträgt auch den vitalen Wettwerb. Im Wettstreit entstehen die besten Ideen und wir alle profitieren davon.
Als Bundesratspräsident bin ich überzeugt von der Gestaltungskraft der Länder.
Wir in Bayern haben uns einen Namen gemacht als Lordsiegelbewahrer des Föderalismus. Diese Tradition setze ich als Bundesratspräsident fort.
V. Schluss
- Anrede -
Wer hinter den Mythos des weltberühmten Märchenkönigs blicken will, der muss diese Ausstellung einfach gesehen haben!
Ludwig II. gewährt uns hier im Bundesrat Audienz. Leider nur für einen Tag.
Nutzen Sie diese einmalige Gelegenheit: Ergründen Sie den Mythos Bayern!
Und sollte Ihnen ein Tag zu wenig gewesen sein, heiße ich Sie auch in meiner Heimat herzlich willkommen: Besuchen Sie doch gleich das Original. Kommen Sie zu uns nach Bayern! Jeder Preuße ist bei uns willkommen!
- Verleihung des CIVIS Medienpreises 2012 der CIVIS Medienstiftung
Manuskriptfassung: Es gilt das gesprochene Wort.
- Anrede -
Als Vertreter der Medienminister im EU-Kulturministerrat grüße ich Sie herzlich.
Wir haben heute doppelten Grund zu feiern. Das 25-jährige Jubiläum des CIVIS Medienpreises und die Preisträger des heutigen Abends – das ist mehr als ein Anlass zur Freude!
25 Jahre CIVIS Medienpreis stehen für
- 25 Jahre engagierten Journalismus und intelligente Unterhaltung,
- 25 Jahre aktives Eintreten für andere mit Respekt und Verständnis
- und nicht zuletzt 25 Jahre höchster Qualitätsförderung, gegen Verflachung und Einheitsbrei in den Medien.
Ich gratuliere der CIVIS Medienstiftung herzlich zu dieser großartigen Leistung! Mein Glückwunsch zu Ihrem Jubiläum!
Mein Kompliment gilt auch allen Film- und Medienschaffenden, die sich am diesjährigen Wettbewerb beteiligt haben. Die Vielzahl der eingereichten Beiträge [631 Programme aus 24 EU-Ländern und der Schweiz] beweist zweierlei:
- Der CIVIS Medienpreis ist in der Branche eine begehrte Auszeichnung.
- Unsere Medienschaffenden in Europa arbeiten mit vollem Engagement für Integration und Vielfalt, für ein friedliches Zusammenleben aller Menschen! Respekt und Dank für diesen Einsatz!
Integration ist ein Miteinander. Bei uns in Bayern gelingt Integration. Bayerische Großstädte haben einen hohen Migrantenanteil, aber nur wenige Probleme [im Vergleich: Berlin: 25,7%, München: 35,6%, Nürnberg: 36,6%, Augsburg: 38,8%]. Migranten haben in Bayern die besten Chancen auf Ausbildung, Teilhabe und einen erfolgreichen Lebensweg. Wir handeln nach dem Prinzip: Fördern und Fordern – mit Vorbildern als Wegweiser für den Erfolg!
Sehr verehrte Preisträger und Preisträgerinnen, sehr geehrte Damen und Herren,
mit Ihren Filmen, Sendungen und Programmen geben Sie uns diese Vorbilder.
- Sie stoßen Türen auf in andere Welten.
- Sie treten ein gegen Diskriminierung und Rassismus.
- Sie zeigen einem Millionenpublikum unsere Lebenswirklichkeit in ihrer ganzen Vielfalt.
Sie klären auf. Sie regen uns an zum Denken und Handeln. Mit Ihren Geschichten treffen Sie uns mitten ins Herz.
Mein Dank und meine herzliche Gratulation zum CIVIS Preis 2012!
Ich darf Sie ermuntern:
- Zeigen Sie uns weiterhin, wie bunt und vielfältig unsere Gesellschaft ist!
- Setzen Sie weiterhin so kreativ und mutig auf Inhalte mit Substanz gegen den Mainstream!
- Machen Sie weiter so!
Ich freue mich auf einen gelungenen Abend. Ich darf Sie schon jetzt im Anschluss an die Preisverleihung in die Bayerische Vertretung einladen. Frau Piel, Frau Professor Böhmer und ich bitten Sie herzlich zum Galaabend.