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SPIEGEL ONLINE - Kultur - Vorgelesen

Nachrichten zu Kultur und Kunst, Fernsehen und Kino, Pop und Theater. Reportagen, Service, Rezensionen, Interviews - und der Zwiebelfisch.
Letzte Aktualisierung: 20.05.2012 06:21:57
  • Balkankriegs-Thriller: Die Spur? Führt zu Genscher!
    Kroaten gegen Serben, mittendrin deutsche Ermittler. Der übergeordnete Strippenzieher aber war vor 20 Jahren ein anderer: Bundesaußenminister Genscher. Im Thriller "Der kalte Traum" verwebt Oliver Bottini Fakten und Fiktion - und schafft ein Drama menschlichen und politischen Scheiterns.
  • Mexikanischer Schriftsteller: Carlos Fuentes ist tot
    Er war einer der Großen der spanischsprachigen Gegenwartsliteratur: Der mexikanische Schriftsteller Carlos Fuentes ist gestorben. Staatspräsident Felipe Calderón twitterte: "Auf dass er in Frieden ruhe."
  • Marokkanisches Liebesdrama: Dem Herrscher an die Wäsche gehen
    Wer sonst hätte das Recht auf die erste Nacht, wenn nicht der Beherrscher des Landes? Als erster marokkanischer Schriftsteller wagte es Abdellah Taïa, sich zu outen. In seinem Roman "Der Tag des Königs" erzählt er eine tödlich endende schwule Liebesgeschichte - vor realer historischer Kulisse.
  • Französischer Krimi: Liebe ist nur ein anderes Wort für Gewalt
    Tote Prostituierte, toter Gutsherr und ein Knecht, der klüger ist, als er tut: Die junge Französin Émilie de Turckheim jongliert in ihrem Krimi "Im schönen Monat Mai" geschickt mit Provinzklischees - ein schmales, ungewöhnlich literarisches Buch.
  • Kinderbuchautor Maurice Sendak tot: Wenn die wilden Kerle weinen
    Seine Figuren waren zum Fürchten - doch gerade deshalb finden sich Kinder bis heute in Büchern wie "Wo die wilden Kerle wohnen" wieder. Maurice Sendak, einer der größten Kinderbuchautoren des 20. Jahrhunderts, ist am Dienstag in Connecticut gestorben. Er wurde 83 Jahre alt.
  • "Eheroman": Eine Frau will mehr
    Sie fühlen sich nicht ganz wohl in Ihrem Leben? Das geht Ava genauso. Hätte sie doch bloß nicht Danilo geheiratet. Warum? Das erzählt Katrin Seddig in ihrem beeindruckenden "Eheroman".
  • Globalisierungsgeschichten: Bürgerkrieg in Burberry
    Politik macht den Menschen, nicht der Mensch die Politik: Militärdiktatur, Migration und Globalisierung bilden den Rahmen für Chimamanda Ngozi Adichies "Heimsuchungen". Dabei erweist sie die Nigerianerin als kluge Erzählerin - und erliegt doch selbst einmal rassistischen Klischees.
  • Nachfolge in Zürich: Philipp Keel übernimmt Diogenes
    In anderen Verlagen ist die Frage der Nachfolge Stoff für Operetten und Königsdramen. Nicht so in der Schweiz: Philipp Keel rückt als Erbe seines Vaters an die Spitze des Diogenes Verlags auf - bislang hatte er Erfolg mit Coffeetable-Tagebüchern.
  • Jahrhundertbuch "Kongo": Zerrspiegel der Weltgeschichte
    Ausgebeutet von Diktatoren, ausgeblutet durch Kriege und Kolonialherrschaft: Die Geschichte des Kongo ist die exemplarische Katastrophe Afrikas. In seinem Riesenwerk "Kongo" erzählt David Van Reybrouck davon ebenso lebendig wie von Muhammad Alis berühmtem Boxkampf im Dschungel.
  • Neuer Krimi von Arne Dahl: Die halbe Welt ist mehr als genug
    Opcop statt A-Gruppe: Der schwedische Bestsellerautor Arne Dahl stellt mit "Gier" sein neues Ermittlerteam vor. Doch weniger das unbekannte Personal als der Plot lassen einen den Überblick verlieren. Wie sollen Mafia, Finanzkrise und Heroin aus Nordkorea zusammengehen?
  • David Vanns "Die Unermesslichkeit": Die Insel der Verzweifelten
    Fischreiche Gewässer, endlose Wälder - und endlich ein Leben in Freiheit? Eher nicht. David Vann erzählt seinen Roman "Die Unermesslichkeit" in der Nachfolge Hemingways und Cormac McCarthys: Die unberührte Natur wird zur Bühne für eine existentielle Katastrophe.
  • Dracula-Jubiläum: Sex ist was für Untote
    Die Sünde und das Außenseitertum liegen ihm im Blut. Doch "Dracula" ist mehr als nur ein Blutsauger, der Frauen an den Hals fällt. Der zum 100. Todestag von Bram Stoker neu aufgelegte Roman zeigt: Der Autor nahm große Errungenschaften der Moderne vorweg - und große Verbrechen.
  • Debütroman von Marc Deckert: Sinn gesucht, Kometen gefunden
    Vom Textchef zum Schriftsteller: Während die alten Kollegen aus der "Neon"-Chefredaktion Karriere machen, hat Marc Deckert einen Roman geschrieben. In "Die Kometenjäger" gibt es zwar viel über Astronomie zu lernen, aber letztlich geht es um das Lebensgefühl junger Erwachsener. 
  • Fiktive Autobiografie: Frau Hoppe zeigt Größenwahn
    Auf Tuchfühlung mit Eishockey-Ikonen und Musik-Genies: In ihrem wundersamen Werk "Hoppe" erzählt Felicitas Hoppe ihr eigenes Leben in Romanform - und schafft so für die Literatur, was Cindy Sherman mit ihren Selbstinszenierungen in der Kunst gelingt.
  • Wendeopfer-Satire: Wenn das Margot Honecker wüsste
    Ein Fall von literarischem Stockholm-Syndrom: Der Held von Rayk Wielands "Kein Feuer, das nicht brennt" hat sich so sehr in der DDR eingerichtet, dass er auch nach dem Mauerfall alles tut, um nicht in den Westen zu kommen - Karriere als Reisereporter macht er trotzdem.
  • Pollocks "Handwerk des Teufels": In Gottes Schlachthaus
    Man gibt sich fromm, doch überall ist Fäulnis: In "Das Handwerk des Teufels" ziehen predigende Mörder durch die USA. Autor Donald Ray Pollock, früher Schlachthof-Malocher, reflektiert in dem Hillbilly-Roman seine eigene Jugend im trostlosen Ohio - und ergründet die Logik des Wahns.
  • Krimi "Die toten Frauen von Juarez": Ein Bulle kriegt das Wracksausen
    Ein abgewrackter Boxer, ein trunksüchtiger Ermittler auf dem Abstellgleis: Sam Hawkens Krimi "Die toten Frauen von Juárez" spielt vor dem Hintergrund einer realen Mordserie, steckt voller Wärme und Wut. Das Potential zum großen Drama ist da.
  • Vargas-Krimi "Nacht des Zorns": Von allen guten Geistern besessen
    Da gurren Vogel und Leser: Jean-Baptiste Adamsberg lässt eine Taube in seinem Schuh wohnen und sucht mythische Jäger im Wald. So lässig wie in dem Krimi "Die Nacht des Zorns" waren die Französin Fred Vargas und ihr Kommissar noch nie.
  • John Burnsides "In hellen Sommernächten": Dort auf der Insel wohnt die Angst
    Zwei Brüder ertrinken im Fjord, kurz darauf verschwinden zwei Männer: In seinem Roman "In hellen Sommernächten" wählt John Burnside eine nordische Insel als Bühne für eine lebensbedrohliche Geschichte. Sprachgewaltig. Schauerlich.
  • "Erklärt Pereira": Schriftsteller Antonio Tabucchi ist tot
    Antonio Tabucchi war ein Grenzgänger zwischen der Literatur Italiens und Portugals. Jetzt ist der italienische Autor im Alter von 68 Jahren in Lissabon gestorben. Ähnlich dem Helden seines Romans "Erklärt Pereira" wurde er immer mehr zum kritischen Zeitzeugen, der sich auch politisch einmischte.